12. Oktober 2017 | Bremen (DE)

Hilft die Digitalisierung gegen den Fachkräftemangel?

Die Frage, ob und wie die Digitalisierung gegen den Fachkräftemangel in der Logistik und in logistiknahen Dienstleistungen helfen kann, stand im Mittelpunkt des vierten ORTEC Logistik-Cafés. „Ja, Digitalisierung hilft, aber…“, so die Antwort von Keynote-Speaker Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. Er mahnte: „Digitalisierung kostet richtig viel Geld, aber halbe Softwarelösungen bringen gar nichts!“

Prof. Wimmer stellte dazu die relevanten Ergebnisse der jüngsten BVL-Studie „Trends und Strategien in der Logistik und Supply Chain Management“ vor. Demnach sehen die Befragten den größten Handlungsbedarf tatsächlich beim Personalmangel und in der Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Zwar schätzten 73 Prozent die Chancen, die sich für ihr Unternehmen durch die Digitalisierung ergeben, als hoch bis sehr hoch ein, „allerdings will mehr als die Hälfte noch abwarten, bis erprobte Softwarelösungen vorliegen“, bedauerte Prof. Wimmer. Sein Fazit: Die Digitalisierung könne immerhin teilweise gegen den Fachkräftemangel helfen, sie erfordere aber beispielsweise einen nicht unerheblichen Schulungsbedarf bei allen Beteiligten. „Der späteste Zeitpunkt, um in die Digitalisierung einzusteigen, ist jetzt. Sorgen Sie vor, warten Sie nicht ab“, ermunterte der BVL-Geschäftsführer die rund 30 Teilnehmer des Logistik-Cafés.

„Wie das richtige Personal zur richtigen Zeit am richtigen Ort optimal eingesetzt werden kann, ist für den Unternehmenserfolg von Dienstleistern heute essentiell geworden“, ist Johannes Strahmann überzeugt. Der ORTEC-Direktor Sales stellte auf dem Logistik-Café als Best Practice-Beispiel eine Personaleinsatzplanungssoftware für die Schicht- und Jobplanung sowie die Jobterminierung vor. 

Die Software ORTEC Service Planning haben die ORTEC-Spezialisten erfolgreich beim Autoglas-Reparaturdienstleister CARGLASS in den Niederlanden eingeführt. Damit werden Servicetechniker transparent und flexibel so verplant, um möglichst alle Kundenwünsche erfüllen zu können – und das bei erheblichen Zeit- und Kosteneinsparungen für CARGLASS.
Strahmann bestätigte die von Prof. Wimmer gemachte Aussage, dass die Digitalisierung einen gewissen Schulungsaufwand voraussetzt. Für ORTEC sei daher wichtig, dass „unsere Software jeder versteht und wir jeden damit schnell arbeiten lassen können.“ So erhalten die CARGLASS-Servicetechniker ihre optimierten Einsatzorte per App auf ihren Smartphones.